Autofahren in Neuseeland
Wer nach Neuseeland mit dem Plan kommt, sich ein Auto zu mieten oder zu kaufen, muss sich umstellen, denn hier herrscht wie auch in Großbritannien Linksverkehr.
Mit dem Wechsel auf die andere Straßenseite ist es aber nicht getan. Wer in Neuseeland mit dem Auto fahren will, muss damit rechnen, dass er nicht so schnell vorwärts kommt, wie das in Europa der Fall ist. Manchmal hat man das Gefühl, dass man nicht nur schnell einfach ankommen, sondern auch die Natur auf der Fahrt genießen soll.
Die Maximalgeschwindigkeit beträgt auf allen Straßen 100km/h. Der höchste Standard stellen die mehrspurigen Motorways dar, die mit den deutschen Autobahnen vergleichbar sind. Dies gibt es nur um große Städten, wobei sie dann nach einer relativ geringen Kilometerzahl in zweispurige Highways übergehen. Für die langsamen Fahrzeuge gibt es die „slow vehicle bays“. Das sind Einbuchtungen für langsam fahrende Fahrzeuge, sodass man nicht zum Verkehrshindernis wird. An dieser Stelle werden einspurige Highways, auch State Highways genannt, für ein bis 2 Kilometer wieder zweispurig.
Die Straßen sind im Allgemeinen schmaler, besonders in den bergigen Regionen, und vor allem kurviger. Dies hängt damit zusammen, dass es relativ wenig Tunnel gibt und die Straßen um die Berge herumgebaut werden muss. Gerade im Winter ist dies sehr tückisch und manche Streckenabschnitte werden sogar aus Sicherheitsgründen kurzweilig geschlossen. Häufig findet man Schilder Geschwindigkeitsangaben in den Kurven, sodass man einen Anhalstpunkt hat, wie schnell man die sie nehmen kann.
Nach den Highways zweiter Ordnung kommen dann irgendwann die sogenannten Gravel Roads, Schotterstraßen, die nicht selten zu interessanten Sehenswürdigkeiten führen. Vorsicht: Wer mit dem Mietauto unterwegs ist, wird höchstwahrscheinlich eine Klausel in seinem Mietvertrag haben, die das Fahren auf Gravel Roads verbietet. Wer sein eigenes Auto hat, für den sollte das kein Problem sein.
Die besondere Beschaffenheit der Straßen in Neuseeland, auch der Straßenbelag ist rauer und gröber als in Deutschland, ist es geschuldet, dass Steinschläge an der Tagesordnung sind. Auch die Reifen nutzen sich durch den groben Straßenbelag schneller ab. Dies muss man als gegeben hinnehmen und die Mehrkosten, die dadurch entstehen können, vorsichtshalber mit einplanen (das Wechseln der Frontscheibe kostet ab 300 Dollar aufwärts, das Auffüllen mit Harz bei kleinen Steinschlägen rund 40 Dollar aufwärts).
In Neuseeland gibt es noch ein paar kleine Besonderheiten, was den Straßenverkehr anbelangt. Die Brücken sind in der Regel einspurig. Gerade auf der sehr dünn besiedelten Südinsel wären zweispurige Brücken unwirtschaftlich – es sind einfach zu wenig Menschen, die sie nutzen würden. Hier gilt es die auf den Schildern angezeigte Vorfahrt zu beachten, denn die Brücken sind wirklich nur so breit, dass ein Auto auf Ihnen Platz hat!
Weiterhin gibt muss man beim Tanken aufpassen. Mit ein wenig Geschick kann man hier sparen, denn das Tanken in den großen Städten ist günstiger als irgendwo im Hinterland. Besonders auf der Südinsel sollte man das Mitnehmen eines Benzinkanisters in Erwägung ziehen, denn gerade in den Nationalparks (z.B Milford Sounds) gestaltet sich das Tanken schwierig. Es wird aber mit Schildern darauf hingewiesen, wenn sich in auf lange Sicht keine Tankstelle mehr befindet. Eine Variante ist, einfach an der Tankstelle nachzufragen.

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